Humantay-See: Das verborgene Juwel
Vor Ihrer Salkantay-Trekkingtour

Humantay-See: Das versteckte Juwel vor Ihrer Salkantay-Trekkingtour


Kategorie: Reiseziele | Lesezeit: 6 Minuten


 

Unterhalb des Humantay-Gipfels, etwa zwei Stunden vom ersten Zeltplatz am Salkantay entfernt, liegt in einem Gletscherkessel auf 4.200 Metern Höhe ein See, von dem die meisten Menschen außerhalb Perus noch nie gehört haben. Sein Wasser schimmert tief türkisblau, fast unnatürlich, und wird vom Schmelzwasser der darüberliegenden Berge gespeist. Die Wände des Kessels erheben sich an drei Seiten steil. An einem klaren Morgen, wenn sich der Gipfel im Wasser spiegelt und nur Wind und Wasser zu hören sind, ist es einer der stillsten und zugleich außergewöhnlichsten Orte in den Anden.

Der Humantay-See ist den Quechua-Gemeinden der Region seit Jahrhunderten bekannt. Erst seit relativ kurzer Zeit findet er Eingang in die Reiserouten internationaler Reisender. Wenn Sie die Salkantay-Trekkingtour planen, sollten Sie den See unbedingt in Betracht ziehen – entweder als Tagesausflug vor der eigentlichen Wanderung oder als Ergänzung zu Ihrem ersten Tag auf dem Trail.

 


 

Wo genau befindet es sich?

Der Humantay-See liegt in der Region Cusco im Süden Perus, im Distrikt Mollepata der Provinz Anta. Er befindet sich am Fuße des 5.950 Meter hohen Humantay-Gipfels, der wie der Salkantay Teil desselben Gletschermassivs ist. Die beiden Berge liegen nebeneinander, und der See schmiegt sich in das Tal zwischen ihnen.

Der Ausgangspunkt für die Wanderung zum Humantay-See befindet sich in Soraypampa, dem gleichen Ort wie der erste Zeltplatz des Salkantay-Treks. Von dort führt der Weg etwa 45 Minuten bis eine Stunde bergauf und überwindet dabei rund 300 Höhenmeter, bevor man das Seeufer erreicht. Der Pfad ist gut erkennbar und ausgetreten. Im letzten Abschnitt ist er steil, aber technisch nicht schwierig.

 


 

Zwei Möglichkeiten zum Besuch

Als Tagesausflug von Cusco aus vor Ihrer Trekkingtour

Dies ist die gängigste Vorgehensweise für Reisende, die den See besuchen möchten, ohne ihn mit einer mehrtägigen Trekkingtour zu kombinieren. Die Fahrt von Cusco nach Soraypampa dauert etwa zwei Stunden. Von dort aus benötigt man für den Hin- und Rückweg zum See zwei bis drei Stunden und ist am frühen Nachmittag wieder zurück in Cusco.

Der Vorteil dieser Option liegt darin, dass Sie den See ganz für sich genießen können, ohne die Erschöpfung eines ersten Trekkingtages. Sie dient außerdem als sinnvolle Höhenvorbereitung für die eigentliche Salkantay-Trekkingtour. Ein Tagesausflug auf 4.200 Meter Höhe, bei dem Sie beobachten, wie Ihr Körper reagiert, und die Rückkehr nach Cusco zum Übernachten – genau diese Art der schrittweisen Akklimatisierung macht den Unterschied, wenn Sie zwei Tage später den Salkantay-Pass überqueren.

Praktisch gesehen benötigt man dafür einen ganzen Tag und eine vierstündige Hin- und Rückfahrt. Wenn Sie vor der Trekkingtour nur ein oder zwei Tage in Cusco verbringen und diese Zeit zur Erholung und Akklimatisierung nutzen möchten, könnte ein langer Tagesausflug eher hinderlich als vorteilhaft sein.

Als zusätzliche Aktivität am Ende des ersten Tages der Salkantay-Trekkingtour

Alternativ kann man den See am späten Nachmittag des ersten Tages auf dem Wanderweg besuchen, nachdem man das Camp Soraypampa erreicht hat. Der Spaziergang vom Camp zum See dauert jeweils 45 Minuten, und die Zeit, üblicherweise zwischen 15 und 17 Uhr, bietet das schönste Nachmittagslicht auf dem Wasser.

Diese Option eignet sich gut für Trekker, die sich bereits gut akklimatisiert haben und nach dem ersten Wandertag noch genügend Energie übrig haben. Sie verlängert die Tagesetappe, die ohnehin schon mehrere Stunden bergauf führt, um zusätzliche Höhenmeter und Distanz. Für die meisten Menschen in guter körperlicher Verfassung, die zwei Nächte zur Akklimatisierung in Cusco verbracht haben, ist sie jedoch gut zu bewältigen. Wer am ersten Tag Schwierigkeiten hatte oder die Höhe spürt, sollte lieber im Camp ausruhen.

 


 

Warum sich der Umweg lohnt

Die Farbe des Wassers fällt den Besuchern sofort ins Auge und ist gleichzeitig schwer zu beschreiben. Es ist nicht blau wie der Himmel oder ein Schwimmbad. Es ist ein tiefes, mineralisches Türkis, das je nach Lichteinfall und Blickwinkel changiert – von einem hellen Aquamarin im flachen Wasser bis hin zu einem dunklen Jadegrün in der Mitte. Die Farbe stammt vom Gletschermehl, feinen Gesteinspartikeln, die vom Gletscher darüber zermahlen und vom Schmelzwasser in den See gespült wurden. Kein Foto kann die Farbe vollständig wiedergeben, obwohl viele Menschen viel Zeit damit verbringen, sie einzufangen.

Die Lage verstärkt den Effekt. Der See liegt in einem Talkessel, der von steilen Felswänden an drei Seiten umschlossen wird, und über der Rückwand erheben sich die Gletscher des Humantay-Gipfels. Man braucht einen Moment, um die Dimensionen zu erfassen, wenn man ankommt. An einem windstillen Morgen spiegelt sich die gesamte Szenerie so klar auf der Wasseroberfläche, dass die Spiegelung lebendiger wirkt als die Realität selbst.

Über seine visuelle Wirkung hinaus besitzt der Humantay-See eine tiefe spirituelle Bedeutung für die Quechua-Gemeinden der Region. Der See gilt als heiliger Ort und Heimat eines mächtigen Wassergeistes, der in der Quechua-Tradition als Unu bekannt ist. Noch heute legen Mitglieder der lokalen Gemeinschaften regelmäßig kleine Opfergaben wie Blumen, Kokablätter und andere Gegenstände am Ufer nieder, um dem Wassergeist Tribut zu zollen und mit ihm in Kontakt zu treten. Diese Praxis wird fortgeführt und ist weder zeremoniell noch für Touristen inszeniert. Besucher, die die Bedeutung des Ortes verstehen, behandeln ihn mit dem entsprechenden Respekt.

 


 

Praktische Informationen

Höhe: 4.200 Meter über dem Meeresspiegel. Wenn Sie direkt vom Meeresspiegel anreisen oder weniger als zwei Nächte in Cusco verbracht haben, werden Sie die Höhe beim Aufstieg spüren. Gehen Sie es langsam an, atmen Sie bewusst und machen Sie Pausen, wenn nötig.

Zeitaufwand: Die Hin- und Rückfahrt von Soraypampa dauert bei gemütlichem Tempo etwa zwei bis drei Stunden, inklusive der Zeit am Seeufer.

Was Sie mitbringen sollten: Wasser, Sonnenschutz und warme Kleidung sind unerlässlich. Die Temperatur am See kann selbst an warmen Tagen deutlich sinken, wenn der Wind vom Gletscher her auffrischt. Der Aufstieg erzeugt zwar Wärme, aber das Seeufer selbst kann kalt sein.

Fotografie: Das Morgenlicht trifft auf die Rückwand des Talkessels und spiegelt sich im Wasser. Das Nachmittagslicht fällt direkter auf die Oberfläche und verleiht den Farben mehr Tiefe. Beides ist sehenswert. Wenn Sie einen Tagesausflug planen, empfiehlt sich eine frühe Ankunft, damit Sie den See vor den später eintreffenden Gruppen genießen können.

Eingang: Am Ausgangspunkt des Wanderwegs wird eine geringe, von der Gemeinde verwaltete Eintrittsgebühr erhoben, derzeit etwa 10 Soles pro Person. Die Gebühr kommt der lokalen Gemeinde Soraypampa zugute.

Menschenmengen: Der Humantay-See erfreut sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit, und der Wanderweg kann an Wochenenden und in der Hochsaison zu Stoßzeiten stark frequentiert sein. Eine frühe Ankunft, idealerweise vor 8 Uhr morgens, wenn man einen Tagesausflug plant, trägt wesentlich zum Erlebnis bei.

 


 

Die Verbindung zum Salkantay

Der Humantay-See und die Salkantay-Trekkingtour sind auf eine Weise untrennbar miteinander verbunden, die weit über die Geografie hinausgeht. Der See liegt am Fuße eines Berges, der zur selben Gletschergruppe wie der Salkantay selbst gehört. Am Morgen des zweiten Tages, wenn Sie den Salkantay-Pass überqueren, blicken Sie zurück auf dasselbe Tal, in dem sich der See verborgen befindet. Die beiden Erlebnisse ergänzen sich so perfekt, dass der kombinierte Besuch – See und Trekking – ein umfassenderes Erlebnis bietet als jedes für sich.

Für alle, die den Salkantay-Marathon planen, stellt der Humantay-See keine Ablenkung vom Hauptereignis dar. Es ist Teil derselben Geschichte.

 


 

Der Humantay-See kann in jedes unserer Salkantay-Trekkingpakete integriert werden. Kontaktieren Sie uns, um ihn in Ihre Reiseroute aufzunehmen.

 

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